„Seine ersten Worte waren: Ich liebe dich“

Als Martina im August letzten Jahres als Gesundheits- und Krankenpflegerin zu dem 72-jährigen Reinhold kam, dachte sie, sie würde einen Mann beim Sterben begleiten – doch das Leben nahm einen anderen Verlauf. Nachdem Reinhold sich nach einer schweren Lungenentzündung kaum bewegen oder gar kommunizieren konnte, lebt er heute ein normales Leben. Ein Bericht über die unerwarteten Momente in der Pflege.

Der Verlauf der Krankheiten

Reinholds Krankengeschichte begann vor gut 20 Jahren mit Parkinson. Nach und nach schlichen sich immer wieder neue Krankheiten in sein Leben. Nachdem aufgrund einer Blasenkrankheit, im vergangenen Jahr die Blase entfernt werden musste, erlitt der gelernte kaufmännische Angestellte eine Lungenentzündung und musste künstlich beatmet werden. Sechs Wochen lag er auf der Intensivstation, wurde danach für weitere vier Wochen in eine Klinik verlegt. Antibiotika halfen nur wenig und die Ärzte versuchten seine Frau auf das Schlimmste vorzubereiten. „Sie sagten, ich könne ihn mit nach Hause nehmen, aber sie hätten nur wenig Hoffnung“, erzählt sie.

Heimkehr und Unterstützung

Zwei Wochen nach seiner Heimkehr, nahm sich die bipG VOR ORT der Pflege von Reinhold an. „Das Team war von Anfang da und war eine große Unterstützung und Erleichterung für mich“, sagt Ingrid gerührt. Ihr Mann hingegen war anfangs etwas zögerlich gegenüber der fremden Hilfe. „Aber als das Team nach vier Wochen fertig zusammengestellt war, hatte er begonnen uns langsam zu vertrauen“, berichtet Pflegerin Martina.

Der Zustand verbesserte sich

Nach und nach besserte sich sein Zustand. Eine Logopädin, das Team der bipG VOR ORT sowie Reinholds Frau brachten ihm nach und nach das Sprechen wieder bei. Martina erklärt: „Es wurde ein Sprachventil eingesetzt und je besser wir ihn verstehen konnten, desto motivierter war er.“ Reinholds erste Worte richteten sich an Ingrid „Ich liebe dich“, sagte er zu seiner Frau. Ein Moment, in dem selbst den geschulten Pflegekräften die Tränen kamen. „Das ist einer der schönsten Momente in der Pflege, dass man Menschen, deren Genesung ausgeschlossen war, wieder zu einem normalen Leben verhelfen kann“, so Martina. Reinhold äußerte bald von sich aus den Wunsch, dekanüliert zu werden. Und schon bald konnte das Team diesen Wunsch umsetzen.

 

Zurück ins Leben

Die erfahrene Pflegekraft empfindet Reinholds Genesungsverlauf als eine sehr, sehr positive Entwicklung: „Als übergeordnete Teamleitung weiß ich, dass es auch anders laufen kann. Natürlich tut man immer sein Bestes, aber in diesem Fall hätte ich anfangs nie gedacht, dass es so positiv laufen würde.“ Sie freue sich von ganzem Herzen, dass Reinhold und seine Frau nun beinahe so leben können wie früher.

Nun ist es an der Zeit für die bipG, sich langsam zurückzuziehen. Ein Gedanken, der dem Paar, das bereits seit 52 Jahren verheiratet ist, Bedenken gibt. „Es ist nicht einfach, aber so ist eben der Lauf der Dinge“, sagt Ingrid. Sie lasse jetzt alles auf sich zukommen und denke positiv. „Unser größter gemeinsamer Wunsch“, sagt sie, „ist es, dass Reinhold stabil bleibt oder sich sein Zustand sogar noch mehr verbessert.“

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