Pflege-Glossar

Herzlich willkommen bei unserem Pflege-Glossar!
Hier erklären wir Ihnen kurz und verständlich die verschiedenen Intensivpflege- und Pflegearten, die wichtigsten Pflegeleistungen, Begriffe rund um die Pflege, sowie Pflegegesetze und Rechte.
Viel Spass beim Informieren, wünscht Ihnen das Team von der bipG VOR ORT!

Intensivpflege

Intensivpflege wird angewendet, wo Patienten in ihren Körperfunktionen intensiv überwacht  oder unterstützt werden müssen. Beispielsweise bei multiplen Traumata, schweren Verbrennungen, Herzinfarkten oder nach verschiedenen Operationen. Der Hauptunterschied zur Krankenpflege liegt darin, dass die Patienten meistens keine oder nur wenige Möglichkeiten haben sich selbst zu helfen bzw. zu versorgen. Ausserdem müssen ihre Vitalfunktionen mit Hilfe technischer Geräte durchgehend überwacht werden.

Ambulante Intensivpflege

Die ambulante Intensivpflege, auch häusliche Intensivpflege genannt, ist für Patientengruppen geeignet, deren Betreuung und Pflege sonst nur im klinischen Umfeld möglich ist. Die Pflege erfolgt Zuhause, in Pflegeheimen oder in betreuten Wohngemeinschaften und wird meistens von ambulanten Intensivpflegediensten übernommen. Zu der ambulanten Intensivpflege gehört die 1-zu-1 Versorgung, 24-Stundenpflege und die Beatmungspflege.

24 Stunden Pflege

Die 24 Stunden Pflege ist eine Form der ambulanten Intensivpflege, bei der die Patienten rund um die Uhr von Pflegekräften versorgt werden. Zu der Versorgung gehören neben der Grundpflege, die Führung des Haushalts sowie die Begleitung und Unterstützung des Patienten in seinem Alltag.

Beatmungspflege

Bei der Beatmungspflege handelt es sich um die Betreuung von Patienten die zeitweise oder dauerhaft auf die Hilfe von Beatmungsgeräten angewiesen sind. Durch die Beatmungspflege wird einem betroffenen die Möglichkeit gegeben ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu führen. Der Pflegeaufwand ist vom Krankheitsbild abhängig und kann bei Bedarf auch 24 Stunden am Tag durchgeführt werden.

1-zu-1 Versorgung

Die ambulante Intensivpflege wird hauptsächlich im Rahmen einer 1-zu-1 Versorgung
durchgeführt. Das bedeutet, dass der Patient in seinem gewohnten häuslichen Umfeld
versorgt wird, meistens 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Um dem Patienten dabei das höchstmögliche Maß an Privatsphäre zu gewährleisten, wird in der 1-zu-1 Versorgung großen Wert darauf gelegt, dass die Pflege immer durch das selbe Personal erfolgt. So betreuen beispielsweise 2 Pfleger in jeweils 12 Stunden Schichten einen Patienten.

Rückzugspflege

Die Rückzugspflege dient dazu, die 24 Stunden Versorgung einer intensivpflegebedürftigen Person zu reduzieren. Dabei werden die Angehörigen geschult, sodass die Pflege hauptsächlich von ihnen übernommen werden kann und die Versorgung durch ein Pflegedienst verringert wird. Die Rückzugspflege erfolgt nur nach positiver Einschätzung der behandelnden Ärzte und des Pflegedienstes.

Stationäre Intensivpflege

Die stationäre Intensivpflege erfolgt in Krankenhäusern, meistens auf Intensivstationen und in chirurgischen Abteilungen. Sie wird vor allem nach großen Operationen und akuten Ausfällen von Organfunktionen (beispielsweise der Herzfunktion, Lungenfunktion oder Nierenfunktion) durchgeführt.

Künstliche Ernährung

Unter Künstlicher Ernährung versteht man die Versorgung eines Patienten mit Nährstoffen, durch den Einsatz medizinischer Hilfsmittel. Bei der enteralen Form erfolgt die Ernährung über den Magen-Darm-Tragt, z.B. mit Hilfe einer Magensonde. Bei der parenteralen Form wird der Verdauungstrakt umgangen und die Ernährung über Speziallösungen Intravenös verabreicht.

Tracheostoma

Ein Tracheostoma ist eine operativ angelegte Öffnung der Luftröhre nach außen und dient der Sicherstellung der Beatmung bei Patienten, bei Störungen der oberen Atemwege. Die Anlage eines Tracheostomas erfolgt vor allem bei langzeitbeatmeten Patienten. Je nach Ausmaß der Störung erhält der Patient vorübergehend oder dauerhaft eine Trachealkanüle, die die Atemluft direkt in die Luftröhre leitet.

Aktivierende Pflege

Die aktivierende Pflege wird in Pflegeheimen, Krankenhäusern, sowie in der ambulanten Pflege angewendet. Dabei wird der Pflegebedürftige nur entsprechend seiner vorhandenen Fähigkeiten gepflegt, das bedeutet, dass er nur dort unterstützt wird, wo er unbedingt Hilfe benötigt.Diese Art von Pflege soll verhindern, dass Fähigkeiten wegen fehlender körperlicher und geistiger Übung weiter abnehmen und im Idealfall sogar verlorengegangene Fähigkeiten wieder erlernt werden.

Begleitdienste/ -Service

Der Begleitdienst ist hauptsächlich für die Freizeitbeschäftigung und Tagesstrukturierung der betreuten Person zuständig. Hierzu gehört bspw. die Begleitung zum Arzt, zu Behörden sowie zu anderen wichtigen Terminen, oder auch einfach nur die Begleitung bei einem Spaziergang. Der Vorteil liegt vor allem darin, dass pflegende Angehörige, während ein Mitarbeiter des Begleitdienstes für die Pflegebedürftige Person da ist, seine eigenen Termine wahrnehmen oder sich etwas von der Pflege erholen kann.

Behandlungspflege

In der Behandlungspflege geht es um die wichtigste medizinische Versorgung, wie bspw. Blutdruck- und Blutzuckermessungen, Wundversorgung, Injektionen, das Anlegen von Kompressionsverbänden und die Medikamentengabe. Die Behandlungspflege muss ärztlich verordnet und von der Krankenkasse genehmigt werden.

Betreuung niederschwellig

Das niedrigschwellige Betreuungsangebot ist für Menschen vorgesehen, die einen erhöhten Betreuungs- und Beaufsichtigungsbedarf haben wie bspw. Menschen mit einer Demenzerkrankung. Vor allem die Entlastung pflegender Angehöriger steht bei diesem Betreuungsangebot im Vordergrund.

Grundpflege

Die Grundpflege beinhaltet Hilfeleistungen bei der Mobilität, wie bspw. die Hilfe beim Aufstehen, Lagern, dem Zubettgehen oder beim Treppensteigen. Hilfeleistungen im Bereich der Körperpflege, beim Waschen, Duschen, Baden, sowie der Zubereitung und  Hilfe beim Essen.

Hospizdienst

Der Hospizdienst kümmert sich um die Sterbebegleitung und legt hohen Wert darauf, dass der Sterbende auch im letzten Lebensabschnitt ein möglichst hohes Maß an Lebensqualität erhält. Ausserdem erhalten die Angehörigen des Sterbenden durch den Hospizdienst eine hilfreiche Trauerbegleitung. Es gibt Hospizvereinigungen die ambulant, teilstationär und stationär tätig sind.

Intensivpflege

Intensivpflege wird angewendet, wo Patienten in ihren Körperfunktionen intensiv überwacht  oder unterstützt werden müssen. Beispielsweise bei multiplen Traumata, schweren Verbrennungen, Herzinfarkt oder nach verschiedenen Operationen.

Kurzzeitpflege

Bei der Kurzzeitpflege handelt es sich um einen zeitlich begrenzten Aufenthalt in einer stationären Pflegeeinrichtung. Häufig kommt sie nach einem langen Krankenhausaufenthalt zum Einsatz oder wenn die häusliche Pflege für eine bestimmte Zeit ausgesetzt werden soll.

Palliativpflege

Die Palliativpflege ist eine spezielle Form der medizinischen und pflegerischen Versorgung eines sterbenskranken Menschen. Das Ziel ist es, durch die Behandlungs- und Pflegemaßnahmen einen positiven Effekt auf die Lebensqualität zu erzielen.

Teilstationäre Pflege

Bei der Teilstationären Pflege werden pflegebedürftige Personen, zum Teil ambulant von Angehörigen versorgt und zum anderen Teil professionell in einer stationären Pflegeeinrichtung. Die pflegenden Verwandten oder Freunde werden so für einen Teil des Tages entlastet. Dadurch kann oft ein Umzug eines pflegebedürftigen Patienten in ein Heim erspart werden. Die Teilstationäre Pflege wird meistens in Tages- und Nachtdienste aufgeteilt.

Hilfe zur Pflege

Die Hilfe zur Pflege ist eine bedarfsorientierte Sozialleistung in Deutschland zur Unterstützung pflegebedürftiger Personen, die den notwendigen Pflegeaufwand nicht aus eigenen Mitteln sicherstellen können. Hilfe zur Pflege ist Teil der Sozialhilfe und wird in den §§ 61ff. Sozialgesetzbuch (SGB) XII geregelt.

Kombinationsleistung

Leistungen der professionellen Pflege, wie beispielsweise ein Pflegedienst oder die Tagespflege (Pflegesachleistungen) und das Pflegegeld der Pflegeversicherung können vom Pflegebedürftigen miteinander kombiniert werden. Wenn die Pflegesachleistung nicht in voller Höhe in Anspruch genommen wird, bekommt der Pflegebedürftige ein entsprechend gemindertes Pflegegeld von der Pflegekasse ausgezahlt.

Leistungskomplex

Leistungskomplexe gehören zur Vergütung von Leistungen der ambulanten Pflege. Sie sind zusammengehörige, pflegerische Leistungen, die unabhängig vom Zeitaufwand mit einem festgelegten Preis abgerechnet werden.

Pflegesachleistung

Die Pflegesachleistung ist eine Leistung der sozialen Pflegeversicherung in Deutschland. Sie wird von professionellen Pflegekräften, oder Mitarbeitern der Tagespflege erbracht. Für die Pflegesachleistungen sind je nach Pflegestufe Höchstbeträge festgelegt. Im Rahmen der gesetzlichen Pflegeversicherung ist auch die Kombinationsleistung möglich, also die Kombination von Pflegegeld und Pflegesachleistung.

Verhinderungspflege

Verhinderungspflege ist eine Leistung der Pflegeversicherung. Bei Krankheit oder Urlaub der Pflegeperson, beteiligt sich die Pflegeversicherung an den nachgewiesenen Kosten einer Verhinderungs- bzw. Ersatzpflege zu Hause für längstens 6 Wochen.

Fahrdienst

Die Autos der Fahrdienste sind so ausgerüstet, dass sie Menschen, die Begleitung benötigen,  auf einen Rollstuhl oder auf Gehilfen angewiesen sind, an jeden gewünschten Ort bringen können. Der Fahrdienst ist jedoch keine Leistung der Pflegeversicherung, erst ab Pflegestufe II gibt es einen Anspruch auf Arztbesuche.

Haus-Notruf-System

Das Haus-Notruf-System hat einen Funksender, der in Notsituationen bedient werden kann und einen Notrufsignal an die Notrufzentrale schickt. Dies ist besonders für alleinlebende Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen eine wichtige Hilfe, da durch das Auslösen des Funksenders, Hilfe kommt, auch wenn der Hilfebedürftige in dem Moment nicht sprechen kann.

Medizinischer Dienst der Krankenversicherung

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) ist ein sozialmedizinischer Beratungs- und Begutachtungsdienst der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Er ist dafür zuständig, zu überprüfen, ob und wie sehr ein Versicherter pflegebedürftig ist. Eine weitere Aufgabe ist die Qualitätsprüfung von ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen.

Pflegedokumentation

In der Pflegedokumentation werden alle pflegerischen Einzelschritte lückenlos dokumentiert. Dazu gehören die Maßnahmen der Pflege, verabreichte Medikamente, Einträge zum aktuellen Befinden des Pflegebedürftigen, sowie die einzelnen Schritte der Pflegeplanung. Die Pflegedokumentation dient der Sicherstellung der nächsten Arbeitsschritte der Pflegenden, sowie der Kooperation innerhalb des Pflegeteams und den beteiligten Berufsgruppen wie bspw. Ärzten und Apothekern.

Pflegehilfsmittel

Pflegehilfsmittel dienen der Erleichterung der Pflege, sowie der Minderung von Beschwerden bei Pflegebedürftigen. Hierzu zählen beispielsweise Pflegebetten, Waschsysteme, Duschwagen oder Produkte zur Hygiene im Bett. Ausserdem gibt es Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, wie etwa Desinfektionsmittel und Schutzbekleidung.

Pflegekurse

Pflegekurse dienen dazu, Angehörige einer pflegebedürftigen Person auf den Alltag vorzubereiten. Es werden die wichtigsten Handgriffe und Tipps & Tricks vermittelt, damit der Pflegealltag für den Pflegebedürftigen wie auch für den Angehörigen, so einfach wie möglich gestaltet werden kann. Die Pflegekurse wurden ursprünglich eingeführt, um die häusliche Pflege in Deutschland zu stärken.

Pflegeperson

Als Pflegeperson werden Menschen bezeichnet, die nicht erwerbsmäßig, d.h. ehrenamtlich einen Pflegebedürftigen regelmäßig in seiner häuslichen Umgebung unterstützen und pflegen. Pflegepersonen sind meistens Familienangehörige der zu pflegenden Person, jedoch können auch Nachbarn, Freunde oder andere Personen, als Pflegeperson eingesetzt werden.

Pflegestützpunkt

Der Pflegestützpunkt ist eine örtliche Auskunfts- und Beratungsstelle für Pflegebedürftige und deren Angehörige. Sie werden dort bei der Beantragung von Leistungen zur Hilfe unterstützt.

Pflegevertrag

Um einen Pflegedienst in Anspruch zu nehmen, wird zwischen dem Pflegebedürftigem und dem ambulanten Pflegedienst ein Pflegevertrag abgeschlossen. Er ist die Grundlage für die Zusammenarbeit und enthält Vereinbarungen über die Leistungen, Kosten, Haftungsregelungen, sowie die Kündigungsfristen. Bei Änderungen der Pflegesituation wird auch der Pflegevertrag angepasst.

Wohngemeinschaft

In den letzten Jahren gibt es neben den üblichen Pflegeheimen auch vermehrt alternative Wohnformen, wie bspw. die Wohngemeinschaften. Sie dienen dazu, pflegebedürftigen Menschen, ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben zu erfüllen. Vor allem ambulant betreute Wohngemeinschaften bieten eine gute Alternative zum Pflegeheim.

Wohnungsanpassung

Die wenigsten Wohnungen sind alten- oder behindertengerecht ausgestattet. Die Wohnungsanpassung dient dazu, technische Einbauten und kleine bis mittlere Umbaumaßnahmen, die dazu dienen dem Patienten, das Leben in den eigenen vier Wänden leichter zu gestallten. Pflegebedürftige, die Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, können Zuschüsse für Wohnraumanpassungen beantragen.

Betreuung rechtlich

Die rechtliche Betreuung wird in den §§ 1896ff. des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) geregelt. Sie ist die rechtliche Vertretung eines volljährigen Menschen, der sich um seine Angelegenheiten nicht mehr selbst kümmern kann. Das Betreuungsgericht ist für die Einrichtung einer gesetzlichen Betreuung zuständig.

Patientenverfügung

Die Patientenverfügung ist eine schriftliche Vorausverfügung einer Person für den Fall, dass sie ihren Behandlungswunsch nicht mehr äußern kann. In der Patientenverfügung wird festgelegt, welche Heilbehandlungen und ärztliche Eingriffe gewünscht oder untersagt werden.

Pflegebedürftigkeit

Als pflegebedürftig bezeichnet man Menschen, die durch eine Krankheit oder Behinderung ihren Alltag nicht selbständig bewältigen können und deshalb Unterstützung benötigen. Die Voraussetzungen für die Pflegebedürftigkeit sind im Gesetzt (Elftes Buch des Sozialgesetzbuches – SGB XI) genau definiert und werden im Rahmen einer Pflegebegutachtung bewertet.

Pflegegrade

Der Pflegegrad bemisst sich nach den bestehenden Einschränkungen der Selbstständig bzw. der Fähigkeiten einer pflegebedürftigen Person. Durch die Pflegereform 2016/2017 wurden die Pflegestufen 0,1,2,3 durch die Pflegegrade 1,2,3,4,5 ersetzt.

Pflegezeitgesetz

Durch das Pflegezeitgesetzt hat ein Arbeitnehmer die Möglichkeit für eine bestimmte Zeitdauer, sich von der Arbeit freistellen zu lassen, oder in Teilzeit zu arbeiten, um einen nahen Angehörigen zu pflegen. In dieser Zeit steht der Arbeitnehmer unter besonderen Kündigungsschutz.

Vorsorgevollmacht

Mit einer Vorsorgevollmacht bevollmächtigt eine Person eine andere von ihr ausgewählte Person, für den Fall, dass sie ihre Entscheidungen nicht selbst treffen kann, alle oder bestimmte Aufgaben für den Vollmachtgeber zu erledigen.

Überleitungsmanagement

Im Überleitungsmanagement geht es darum, die Entlassung pflegebedürftige Patienten aus einer Klinik in die ambulante Pflege oder ein Pflegeheim sicherzustellen.
Durch die demographische Entwicklung, der steigenden Zahl hochbetagter Menschen und damit verbunden der wachsenden Zahl chronisch und multimorbid erkrankter Personen, bieten immer mehr Intensivpflegedienste ein strukturiertes und schnelles Überleitungsmanagement an. Dazu wird ein Überleitungskonzept in Zusammenarbeit mit Krankenhäusern, stationären Einrichtungen, Ärzten und Sozialdiensten entwickelt.